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Der beste Schutz vor struktureller Gewalt ist das selbstbestimmte Leben mitten in der Gemeinschaft

Selbstbestimmt Leben Initiative Österreich fordert unabhängige Stelle zur Kontrolle von Behinderteneinrichtungen

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Der Monitoringaussschuss hat sich zum Thema Gewalt gegen behinderte Menschen getroffen.

Viele behinderte Menschen leben in Heimen. Dort werden sie besonders oft misshandelt.

Deshalb soll eine unabhängige Stelle eingerichtet werden, die die Heime kontrolliert.

Am besten wäre es aber, wenn behinderte Menschen gar nicht in Heimen leben müssten.

Das wäre möglich, wenn es ausreichend persönliche Assistenz für ein selbstbestimmtes Leben gäbe.

Die Selbstbestimmt Leben Initiative Österreich (SLIÖ) begrüßt, dass sich die dritte öffentliche Sitzung des Monitoringausschusses dem Thema der strukturellen Gewalt gegenüber Menschen mit Behinderung widmet.

Immer noch leben in Österreich viele behinderte Frauen und Männer in speziellen Behinderteneinrichtungen. Aus Untersuchungen ist seit Langem bekannt, dass sie dort ein besonders hohes Risiko haben, von Missbrauch und Gewalt betroffen zu sein. Je größer die Einrichtung, desto höher das Risiko von Missbrauch: Das große Machtgefälle zwischen dem Betreuungspersonal und den behinderten BewohnerInnen, die Vertuschung von Gewalt und die soziale Isolation durch das Leben in einer Einrichtung sind dafür die entscheidenden Faktoren.

SLIÖ verlangt daher die Einrichtung von unabhängigen Stellen, die Behinderteneinrichtungen überwachen und kontrollieren, wie es die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen vorsieht. In Österreich gibt es bislang keinerlei solcher Stellen.

"Der beste Schutz vor Missbrauch und institutioneller Gewalt ist allerdings das selbstbestimmte Leben mitten in der Gemeinschaft," betont Mag. Bernadette Feuerstein, Obfrau von SLIÖ, "daher fordern wir auch im Sinne des Schutzes vor Gewalt eine bundesweit einheitliche, bedarfsgerechte und einkommensunabhängige Regelung für Persönliche Assistenz in Österreich."

28. Oktober 2010

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