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Brief zum Thema Persönliche Assistenz

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Netzwerk Selbstvertretung Österreich fordert in einem Brief an die Politik Persönliche Assistenz für Menschen mit Lernschwierigkeiten. SLIÖ unterstützt die Forderung.

Sehr geehrte Damen und Herren!

Mein Name ist Heidi Mackowitz.
Ich arbeite bei Mensch Zuerst Vorarlberg.

Ich bin Selbst- und Interessenvertreterin.
Ich setze mich für die Rechte von Menschen mit Lernschwierigkeiten ein.
Außerdem bin ich Mitglied
in der Kerngruppe
vom Netzwerk Selbstvertretung Österreich.

Ich schreibe diesen Brief
im Namen vom Netzwerk Selbstvertretung Österreich.

Wir, das Netzwerk Selbstvertretung Österreich,
kämpfen für unsere Rechte für Menschen mit Lernschwierigkeiten.
Uns ist es wichtig, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten auch das Recht haben
Persönliche Assistenz zu bekommen.

So steht es auch im Chancengesetz und in den UN-Regeln.

In einem Bericht der Stadt Wien steht:
"Menschen mit persönlicher Unterstützung
leben gesünder."

Uns Menschen mit Lernschwierigkeiten
traut man oft nicht viel zu.
Manchmal werden wir von der Politik übersehen
oder nicht gehört.
Wir Menschen mit Lernschwierigkeiten
stehen oft im Hintergrund.

Deshalb ist es wichtig, dass wir im Vordergrund stehen.
Besonders dann, wenn es um unser Leben geht.
Es ist wichtig, dass wir Menschen mit Lernschwierigkeiten um unsere Rechte kämpfen.

In Vorarlberg und in anderen Bundesländern gibt es
Ideen für Persönliche Assistenz
für Menschen mit Lernschwierigkeiten.

Diese Ideen werden aber leider noch nicht umgesetzt.

Wir fordern, dass es in ganz Österreich
eine passende Umsetzung der Persönlichen Assistenz gibt.

Es ist wichtig, dass wir bei der Gestaltung
mitreden, mitbestimmen und mitarbeiten können.
Weil es geht ja um unser Leben.

Ich bin froh, dass die PolitikerInnen in Vorarlberg
uns zu einem gemeinsamen Gespräch eingeladen haben.

Wir, vom Netzwerk Selbstvertretung Österreich, fordern:

  • Persönliche Assistenz für alle Menschen mit Behinderungen.
    Auch für Menschen mit Lernschwierigkeiten.
    In ganz Österreich.
    In allen Lebens-Bereichen.

  • Gute Informationen und Beratung für Menschen mit Lernschwierigkeiten
    über Persönliche Assistenz in leichter Sprache.

  • Gute Beratung für Menschen mit Lernschwierigkeiten, die Persönliche Assistenz haben wollen.

  • Persönliche Assistenz verändert das Leben von Menschen mit Lernschwierigkeiten.
    Es braucht genug Zeit für die Planung von der Persönlichen Assistenz.

  • Es braucht auch Zeit um die Assistenz
    von einer Person zu verbessern.
    Verbessern heißt:

    • Darüber reden was läuft gut bei der Assistenz?
    • Was läuft nicht gut?
    • Was sollen wir verändern?
  • Es braucht genug Geld.
    Damit die Persönliche Assistenz
    für den Menschen mit Lernschwierigkeiten passt.

  • Es braucht ein gutes Konzept für Persönliche Assistenz
    für Menschen mit Lernschwierigkeiten.

    Wir fordern, dass wir bei den Konzepten mitarbeiten können.
    Wir wollen mitbestimmen.

    Für uns ist Leichte Sprache wichtig.
    Für uns sind Zusammen-Fassungen
    mit Bildern wichtig.

  • Auch die AssistentInnen sollen sich weiterbilden können.
    Damit sie uns gut unterstützen können.

  • Menschen mit Lernschwierigkeiten brauchen manchmal
    Hilfe beim selbst bestimmen.
    Hilfe beim selber bestimmen ist zum Beispiel:

    • Bei Entscheidungen unterstützen.
    • Wahlmöglichkeiten geben.
    • Vorschläge machen.

    Dafür braucht es gut ausgebildete AssistentInnen.

  • Es braucht gute Arbeitsbedingungen für AssistentInnen und UnterstützerInnen:
    Wir müssen den Personen die uns unterstützen vertrauen können.
    Sie sollten nicht oft wechseln.

  • Menschen mit Lernschwierigkeiten, die selber persönliche Assistenz haben,
    sollen andere Menschen mit Lernschwierigkeiten beraten.
    Dafür braucht es Schulungen für die BeraterInnen.
    Damit sie die anderen gut beraten können.

  • Es soll unabhängige Stellen geben,
    die Assistenz vermitteln.

    Diese Stellen soll es in jedem Bundesland geben.
    Die Vermittlungsstellen sollen unabhängig von den großen Einrichtungen sein.

    Die BeraterInnen die dort arbeiten,
    müssen sich mit dem Thema selbstbestimmt Leben gut auskennen.

  • Jeder soll die Assistenz bekommen,
    die er oder sie braucht.

    Die unabhängige Vermittlungs-Stellen helfen dabei herauszufinden,
    wie viel Assistenz der Mensch mit Lernschwierigkeiten braucht.
    Es sollen für die einzelnen Personen unterschiedliche Lösungen möglich sein.

    Zum Beispiel:
    Assistenz für die Freizeit.
    Oder Assistenz beim Wohnen.
    Oder beides.

    In schwerer Sprache heißt das:
    Individuelle Bemessung vom Assistenzbedarf.

  • Wir wollen nicht von einem Arzt in eine Schublade gesteckt werden.

  • Es braucht genügend AssistentInnen.
    Nur dann können Menschen mit Lernschwierigkeiten
    mit persönlicher Assistenz selbstbestimmt leben.

    Persönliche Assistenz soll es für alle Menschen geben die es brauchen.

    Zum Beispiel:
    Eine Mitarbeiterin von mir hat eine Lernschwierigkeit und Epilepsie.
    Sie wird ab Herbst in einer eigenen Wohnung leben.
    Sie braucht viel Assistenz.
    Das soll möglich sein.

  • Menschen mit Lernschwierigkeiten sind die ChefInnen von ihren AssistentInnen.
    Es ist nicht immer einfach eine gute ChefIn zu sein.
    Die unabhängigen Vermittlungs-Stellen sollen bei Problemen und Fragen helfen.

Wir Menschen mit Lernschwierigkeiten
setzen uns gemeinsam mit Menschen mit Körperbehinderung
für persönliche Assistenz ein.

Kein Mensch mit einer Lernschwierigkeit
oder körperlicher Behinderung
darf benachteiligt oder diskriminiert werden.

Wir möchten von Ihnen wissen was Sie von den Forderungen halten.
Unterstützen Sie unsere Forderungen?
Wie können wir gemeinsam unsere
Forderungen umsetzen?

Bitte schreiben Sie mir bis 10. Oktober 2014 zurück.
Wenn Sie mehr wissen wollen,
dann melden Sie sich bei mir.

Mit freundlichen Grüßen,
Heidi Mackowitz

Mehr Informationen zum Netzwerk Selbstvertretung Österreich finden Sie hier:
www.wibs-tirol.at

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