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Unsere Geschichte

Entstehung der Selbstbestimmt Leben Bewegung

Demobild mit Transparent 'Diese Stadt ist behindertenfeindlich gebaut!'
 
Demobild: RollstuhlfahrerInnen überqueren die Straße.
Bilder einer Demo in Innsbruck, 1978

In Österreich entstanden Ende der 70er Jahre erste kleine Selbsthilfegruppen behinderter Menschen, z.B. die Initiativgruppe Behinderte-Nichtbehinderte in Innsbruck und die Alternativgemeinschaft von Behinderten und Nichtbehinderten in Wien.

Sie waren enttäuscht und unzufrieden über die Politik der traditionellen Interessenvertretungen der Kriegsopfer und Zivilinvaliden. Diese verhandelten vor allem um Geldleistungen und Vergünstigungen zur Benützung öffentlicher Einrichtungen, z.B um Ermäßigungen bei öffentlichen Verkehrsmitteln.

Beginn der Blockade.
 
Kreisky kommt nach Ende der Blockade an.
Bilder von der Hofburg-Blockade 1981. Alle Bilder ansehen

Die Bewegung begann wie in Deutschland 1981 mit Aktionismus zum internationalen "Jahr der Behinderten". Die AktivistInnen befürchteten, dass die Funktion des Jahres nur dazu dienen würde, die bevormundende Behinderten- und Rehabilitationspolitik weiterzuführen und zu verstärken. Der Zugang zum Festakt der Bundesregierung in der Wiener Hofburg wurde von zwanzig RollstuhlfahrerInnen blockiert.

Die losen Selbsthilfegruppen in den einzelnen Bundesländern schlossen sich über die Jahre zunächst zu einem Forum der Behinderten- und Krüppelinitiativen und später zur Selbstbestimmt Leben Bewegung zusammen. Die grundlegende Struktur bestand vor allem in regelmäßigen Treffen. Der Verein SLIÖ wurde im Jahr 2001 gegründet.

Demobild 1978.
Demonstieren 1978 lokal in Innsbruck und 2009 international in Strassburg -
die Forderungen sind weitgehend gleich geblieben.
Aber wir geben nicht auf!

Demobild 2009.

Abgrenzung von der Fremdbestimmung

Die offiziell etablierte Interessenvertretung behinderter Menschen in Österreich wurde in den 70er Jahren gegründet: Die Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (ÖAR). Sie vertritt zwar einerseits die Interessen behinderter Menschen, aber andererseits vor allem auch die Interessen von großen Trägerorganisationen.

Daher kann sie nicht als zur Behindertenbewegung zugehörig betrachtet werden, denn die Selbstbestimmt Leben Bewegung will sich aus der Abhängigkeit von Trägerorganisationen der Behindertenhilfe befreien.

Für Selbstbestimmt Leben Initiativen ist eine Mitgliedschaft in der ÖAR nicht vereinbar, da diese viele Heimbetreiber vertritt, bei denen nichtbehinderte Personen in den Entscheidungsfunktionen sind.

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